Warum eine Green Spirit Community?

Im Gegensatz zu den meisten traditionell-religiösen Glaubenssystemen basiert grüne Spiritualität auf individuellen - und oft unerwarteten - Erfahrungen und nicht auf heiligen Texten oder Überzeugungen, die durch Tradition assimiliert werden. Grüne Spiritualität findet man in vielen indigenen Kulturen. Die Green Spirit-Gemeinschaft hat weder ein festes Glaubenssystem noch feste Rituale. Für uns gibt es keine EINE WAHRHEIT, sondern eine unendliche Vielfalt an spirituellen Erfahrungen rund um den Planeten.

Die Green Spirit Community ist eine Dachorganisation für Einzelpersonen und Organisationen, die das Unerklärliche, das Mysterium, den Großen Geist oder Mutter Erde auf die eine oder andere Weise erfahren haben. Insofern basiert sie auch nicht auf einem Glaubenssystem sondern auf Erfahrung.

Wir leben in einer Zeit des Rationalismus. 

In dieser Ära des rationalen Denkens haben Gefühle der "Liebe zur Natur" wenig Wert. 

Spirituelle Erfahrungen finden in dieser rationalen Welt nur schwer Gehör. Sie gelten als seltsam oder esoterisch.

Es gibt aber auf der anderen Seite Religionen mit Millionen von Anhängern. Diese vielen Anhänger machen Religion in kulturellen, öffentlichen, politischen und wirtschaftlichen Kontexten wichtig, und religiöse Meinungen werden häufig bei Entscheidungsprozessen berücksichtigt, insbesondere bei ethischen Fragen. Die meisten großen Religionen agieren jedoch in einem anthopozentrischen Kontext. Natur ist für sie ein Randthema und nicht Kern der spirituellen Erfahrung.

Green Spirit Erfahrungen und die daraus abgeleiteten Werte
haben – bis jetzt – keinen nennenswerten Platz in der
Welt der Entscheidungsfindung.

Sie sind sehr vielfältig und reichen von den Traditionen der Aborigines, Inuit, Hopi oder San bis hin zu den stillen, meist unbeachteten Erlebnissen unzähliger Individuen, die sich einfach Naturliebhaber nennen und sich in Wandervereinen oder Foto-Communities versammeln.

Green Spirit Menschen finden sich auch in der Kultur der „Mother Ocean" in Surfergemeinschaften und in den modernen Schamanismus- und Neopaganismus-Bewegungen. All jene, die spirituellen Kontakt mit der Natur aufgenommen haben und aus dieser Erfahrung bestimmte ethische Werte ableiten, fehlt es bis heute an gemeinsamen Mitteln, sich gegenseitig zu erkennen. Sie haben keine starke und erkennbare Stimme, um ihre ethischen Werte in dem Chor der anderen Lobbyisten zur Geltung zu bringen. Bleibt die Begegnung mit dem Unerklärlichen uneingestanden, dann bleibt auch unsere Verzweiflung geheim. Wir wagen es kaum, darüber zu sprechen.

Also behalten wir alles für uns:

die Liebe, das Glück und die Freude,
den Schmerz, die Traurigkeit und die Verzweiflung.

Innerhalb des politischen und
gesellschaftlichen Diskurses
sind wir unsichtbar geblieben.
Unsere Werte werden weder gesehen noch beachtet.
Unsere Werte werden nicht respektiert.
Es ist höchste Zeit für eine Veränderung.

Viele kämpfen bereits heute für den Schutz und den Erhalt der Natur:

Von Mitgliedern von Greenpeace und Friends of the Earth bis zu Friedensnobelpreis-Gewinnerinnen wie Wangari Maahtai; von Film-Direktor James Cameron (Avatar) bis zu Al Gore; von den 13 Großmüttern bis zu Musik-Grupppen wie Omnia; von Journalisten wie George Monbiot bis zu Wissenschaftlerinnen wie Jane Goodall.

Der wissenschaftlich-konservatorische Ansatz beim Naturschutz
greift zu kurz.

Wissenschaft und Rechtskunde sind eher trockene, farb- und kraftlose Themen, wenn es um die Begeisterung von Menschen geht. Fast alle Naturschützer engagieren sich tatsächlich aus emotionalen Gründen, würden dies aber nur selten zugeben. Wenn beim Naturschutz wissenschaftliche oder konservatorische Gründe geltend gemacht werden, sind Entscheidungsträger bis zu einem gewissen Grad rechtlich gezwungen, diese zu berücksichtigen. Daher stehen diese Gründe weit vorne in den Begründungen der Mitglieder von Organisationen wie Greenpeace, WWF oder Friends of the Earth. Dennoch sind rein konservatorische Positionen fast immer schwach im Gegensatz zu "WICHTIGEN NUTZUNGEN" wie Handel, Industrie, Landwirtschaft, Straßen- oder Wohnungsbau. Der rein konservatorische Ansatz des Naturschutzes wird sehr oft von den Bedürfnissen von Investoren und anderen "wichtigen" Nutzern/Benutzern von Natur verdrängt.

Die Vorstellung, dass viele Menschen ein Stück Natur für emotionale oder spirituelle Zwecke nutzen wollen, ist bisher nur selten vorgetragen worden. „Nicht entwickelte" wilde Flächen werden oft als nutzlos betrachtet, wenn sie nicht im Namen eines wirtschaftlichen Imperativs ausgebeutet werden können. 

Wir sind der Meinung, dass sie gerade so unentwickelt und naturbelassen wie sie sind, einen hohen Nutzen haben. Sie sollten als Orte geschützt werden, an denen man dem Unerklärlichen begegnen kann. Orte, an denen Menschen ihre emotionale Verbindung zur Natur, ihre Naturspiritualität praktizieren können. Das Recht der Menschen, Zugang zu wilden Plätzen zu haben, um sich wieder mit der Natur zu verbinden (re-ligare = wieder-verbinden), sollte als Menschenrecht geschützt werden - ein Recht, das ebenso wichtig ist wie das Recht anderer Menschen, ihre Art von Religion auszuüben. Der Schutz von Natur und Wildnis ist uns aus diesen Gründen wichtig. Die Nature ist unsere Re-ligion.

Green Spirit Prinzipien werden bereits von unzähligen Menschen rund um den Globus vertreten. Aber unsere Fragmentierung zerstreut unsere Kraft. Der große Häuptling Peacemaker der Haudenosaunee benutzte einst die Metapher eines Pfeils, der leicht zu brechen ist, im Gegensatz zu einem Bündel von Pfeilen, das stark und unzerbrechlich ist. Die Menschen mit Green Spirit Bewusstsein müssen sich zusammenschließen, um eine starke Stimme für den Schutz dieses Planeten, für den Schutz der Natur zu werden.